2002: Rückkehr als „Weltmeister der Herzen“
Osnabrück
Von Alfons Batke
Der Mann mit dem etwas merkwürdigen Haarschnitt war der große Spielverderber. Ronaldo, vier Jahre zuvor im Finale von Paris nur ein Schatten seiner selbst, entschied die Partie allein. Und in den Tagen danach ließen sich viele Brasilianer auch so die Haare stutzen, wie der weltbeste Stürmer sie trug. Oberhalb der Stirn ein bewachsenes Dreieck, ansonsten alles kahl. »
1998: Die Schande von Lens und Verschwörungstheorien
Osnabrück
Von Alfons Batke
Mit Fußball haben sie an diesem Sonntag wenig im Sinn, als sie sich in den Bars von Lens Mut antrinken. Die leicht zu erkennenden und Handy-Botschaften austauschenden jungen Männer sind auf Randale aus. Wenige Stunden vor dem Vorrundenspiel Deutschland gegen Jugoslawien setzen sie ihre Pläne in die Tat um und verwandeln die friedliche WM-Stadt in ein Schlachtfeld. »
1994: "Sudden death" für "Wohlstandsjünglinge"
Osnabrück
Von Alfons Batke
Als am 17. Juli 1994 in der Rose Bowl von Pasadena Samba getanzt wurde, hatten sich die deutschen Kicker längst verabschiedet und erlebten vor den Fernsehgeräten mit, wie Brasilien erstmals wieder nach 24-jähriger Durststrecke die Fußball-Weltmeisterschaft gewann. »
1990: Erst nach dem Triumph irrt sich Beckenbauer
Osnabrück
Von Harald Pistorius
Der Reporter aus Brasilien erhebt sich feierlich. „Professore Beckenbauer“, sagt der Mann an, und man glaubt zu hören, wie er seine Hacken zusammenschlägt, „was glauben Sie über die Zukunft des deutschen Fußballs?“ Es ist weit nach Mitternacht an diesem 10. Juli 1990, Deutschland ist gerade Weltmeister geworden, und auf dem Podium sitzt ein Mann, der der Fragen der Journalisten überdrüssiger ist denn je. »
1986: Maradona überstrahlt alles
Osnabrück
Von Alfons Batke
Es war von vornherein eine „mission impossible“, dennoch hat der Kommandant das Beste daraus gemacht. Franz Beckenbauer, nach dem EM-Desaster von 1984 für den glücklosen Jupp Derwall als Teamchef inthronisiert, gewann bei der WM 1986 in Mexiko mit der DFB-Auswahl den Vizetitel, und die Silberplaketten hatten – anders als vier Jahre zuvor in Spanien - einen Goldschimmer. »
1982: Schimpf und Schande für den Vizeweltmeister
Osnabrück
Von Harald Pistorius
Hans-Joachim Rauschenbach heißt der kleine Mann mit dem diabolischen Grinsen, der bei der ARD zuständig für Spott und schwarzen Humor ist. An diesem 16. Juni steht er feixend in den Kulissen des WM-Studios. »
1970: Irres Spiel, irres Gerücht: Schiedsrichter gelyncht?
Osnabrück
Von Harald Pistorius
Es war die erste farbige WM – die Welt schaute nicht nur zu, sondern bekam bunte Fernsehbilder zu sehen. Sie zeigten eine faszinierende, heitere WM, einen souveränen Weltmeister und das Spiel des Jahrhunderts. »
1966: Nur der Bundespräsident sah den Ball im Netz
Osnabrück
Von Harald Pistorius
Es war das Turnier der historischen Tore: Ein Mann namens Pak Do Ik schockte ganz Italien, Lothar Emmerich traf aus unmöglichem Winkel – und das Tor, das England im Finale gegen Deutschland endgültig auf Siegkurs brachte, war keins. Gerade deswegen wird heute noch darüber geredet. »
1962: Vom Zauberer zum Maurer - Herbergers Ende
Osnabrück
Von Harald Pistorius
Es war die hässlichste und schlechteste WM aller Zeiten. Dazu passte, dass die deutsche Mannschaft schon in der ersten K.-o.-Runde scheiterte. Nur die Brasilianer, die wieder Weltmeister wurden, zauberten. »
1958: Der Hass von Göteborg und die bösen Folgen
Osnabrück
Von Harald Pistorius
In Deutschland sprachen alle vom Hass-Spiel gegen Schweden, der Rest der Welt schwärmte von Brasilien. Der Zauberfußball von Garrincha, Pelé und Co. eröffnete eine neue Dimension. »
1954: Das ewige 3:2 und unvergänglicher Ruhm
Osnabrück
Von Harald Pistorius
Als Außenseiter, den niemand mochte, fuhren die deutschen Nationalspieler 1954 in die Schweiz. Als sie zurückkehrten, waren sie Weltmeister – und wurden die ersten Sport-Helden des neuen Deutschland. »
1950: Brasilien besiegt – Selbstmord im Stadion
Osnabrück
Von Harald Pistorius
Es war die WM der Sensationen – und die einzige, die nicht in ein Finale mündete, sondern im Gruppenmodus entschieden wurde. Für Brasilien und England wurde das Turnier zum Trauma. »
1930: Rumänien nahm auf Befehl von König Carol teil
Hamburg (dpa)
Die erste Weltmeisterschaft vom 13. bis 30. Juli 1930 in Uruguay war ein Turnier mit Hindernissen, dessen sportlicher Wert von den großen europäischen Fußball-Nationen angezweifelt wurde. 26 Jahre nach seiner Gründung hatte der Weltverband FIFA die Idee eines Championats endlich umgesetzt, doch um den Austragungsort war ein handfester Streit entbrannt. »