Eine Seite zurück
Zum Seitenanfang
Zur Startseite
Druckversion
Leserbrief
Artikel versenden
Bild vergrößern
Fenster schließen
zurückblättern
weiterblättern
Zur Übersicht
Mehr zum Thema
weiter...
zurück
Pixelgrafik
Zur Startseite
Das aktuelle Wetter in Osnabrück
Lufttemperatur: 5,2°C
15. März 2010
Wind: 28,1 km/h, West
von 16:56 Uhr
Heutiger Niederschlag 1,7 mm
 
Messung: UniOS, Fachb. Physik
Weitere Details »
pixelgrafik
15.03.2010 ] Startseite Anzeigen & Prospekte Shop Kontakt Aboservice ePaper Impressum Suche:
Neue OZ Meller Kreisblatt Wittlager Kreisblatt Bramscher Nachrichten Bersenbrücker Kreisblatt Lingener Tagespost Meppener Tagespost Ems-Zeitung
INFORMATION
Lokales
VfL Osnabrück
Lokale Videos
 
Sport
Nachrichten
Vermischtes
Kultur
 
kfz-welt.de
Wetter
Computer
Wirtschaft
Wissenschaft
Videos
Bildergalerien
Interviews
Serien
UNTERHALTUNG
Tippspiel
Wonneproppen
WebCam Storch
Denksport
SERVICE
Traueranzeigen
Grußanzeigen
Anzeigen & Prospekte
Termine
Ticketshop
Aboservice
ePaper
Mobiles Portal
os1.tv
Twitter
Ausbildung im Verlag
Shop
OS-/EL-Card
Leserreisen
Notdienste
Lebenshilfe
Gesundheit
Recht / Urteile
Online-Werbung
Branchenbuch
Reportagen 15.04.2008
-

Bei der Rückkehr nach Kambodscha wartete niemand mehr

Von Klaus Jongebloed
Phnom Penh.
Die tropische Hitze in der kambodschanischen Hauptstadt Phnom Penh ist in diesen Tagen kaum zu ertragen. Als ob T.S. Eliot den Anfang seines Gedichts vom wüsten Land auf diese Stadt und dieses Land gemünzt hätte: April ist der grausamste Monat. Das gilt nicht nur wegen der Temperaturen. Denn heute, am 15. April, kommt man nicht umhin, an den Diktator zu denken, der das Land am Mekong auf bestialische Art in die Hölle stürzte: Vor zehn Jahren starb Pol Pot oder „Bruder Nr.1“, wie er in der von ihm aufgebauten Guerillaorganisation Rote Khmer ehrfürchtig genannt wurde.

Saloth Sar, so Pol Pots richtiger Name, hing dem ideologischen Wahn eines Urwaldmarxismus an. Er wollte einen Bauernstaat schaffen, in dem es keinen Platz für Banken, Bibliotheken, Schulen und Universitäten gab. Dafür war ihm jedes Mittel recht. Pol Pot wurde zum Schlächter, der sich am Blut der Gefolterten und Getöteten berauschte und das eigene Volk niedermetzeln ließ. Seinem von 1975 bis zur Invasion Vietnams Ende 1978 wütenden Terrorregime fielen 1,7 bis zwei Millionen Menschen zum Opfer – fast ein Drittel der damaligen Bevölkerung.

Viele starben auf den „Killing Fields“, eines davon in der Nähe der Hauptstadt. Erschossen, erschlagen, erhängt. Oft waren sie zuvor gequält worden im Folterzentrum Tuol Sleng unweit des Stadtzentrums. Als Museum soll es heute die Erinnerung an die Verbrechen wachhalten. Auf nackten Metallbetten sind Folterwerkzeuge der Roten Khmer ausgebreitet. Etwa Zangen, durch die den Häftlingen die Nägel ausgerissen wurden. Die winzigen Zellen, in denen die Häftlinge untergebracht waren, verbreiten einen feucht-modrigen Geruch. Schließlich die vielen Fotos der neu Inhaftierten. Es sind Bilder mit entsetzten Blicken, als ahnten die Häftlinge, welches Leid ihnen widerfahren wird. Doch ein Stuhl, der beim Museumsladen steht, passt nicht so recht zum Mahnmal gegen den Terror. Auf dem Sitz liegen schwarze Sandalen und ein Pappschild mit der Aufschrift „Pol Pot“. „Die sind aus Reifengummi, genau wie Pol Pot sie getragen hat“, sagt die junge Sreyny. „Pro Paar fünf Dollar!“

Schlagartig wird klar, wie gespalten der Umgang der Kambodschaner mit ihrer Geschichte ist. Zugleich sind die meisten verbittert, dass der Tod Pol Pot ein Gerichtsverfahren erspart hat. Denn nahezu jede Familie im südostasiatischen Land hat unter den blutrünstigen Roten Khmer gelitten. Schlimmer noch: Oft gehören Täter und Opfer zur selben Familie oder sind Nachbarn. Für Gerechtigkeit soll nun ein internationales Tribunal sorgen. „Aber dieses Tribunal kann mir keine Gerechtigkeit bringen und mir meinen Schmerz nicht nehmen“, sagt Bophana Reilly, die zu Besuch in Phnom Penh ist. Ihre Geschichte ist Spiegel eines zerrissenen Landes. Ihre Tränen, die sie beim Erzählen vergießt, sind millionenfach bei anderen geflossen. Bophana ist seit zwei Jahren mit dem Schotten Tom verheiratet. Seit 36 Jahren lebt sie schon in Schottland. Ihre Heimat verließ sie 1972. Damals hatte sie sich gefreut auf die Entdeckung einer fremden Kultur – zusammen mit ihrem ersten Mann, einem hochrangigen Militär unter Regierungschef Lon Nol. „Aber er kehrte zurück, als der Bürgerkrieg immer heftiger wurde“, sagt Bophana. „Ich blieb mit unserem kleinen Baby in Schottland.“

Ihren Mann hat sie nie wieder gesehen. Ihn haben die Roten Khmer ebenso ermordet „wie meine Eltern und elf meiner Geschwister“. Autor Don Cormack, Freund von Bophanas Mann, hat in seinem Buch „Killing Fields. Living Fields“ dessen Schicksal beschrieben, mit einer herzzerreißenden Episode: „Don und mein Mann waren schon mit dem Hubschrauber in der Luft, um das Land zu verlassen. Aber mein Mann ließ sich auf die Erde zurückbringen“, sagt Bophana. Es war sein Todesurteil. Zugleich gehört auch dies zu ihrer Lebensgeschichte: Ihr Schwager ließ sich vier Jahre von den Roten Khmer einspannen, bevor er nach Thailand floh. „Er hatte keine Wahl“, sagt Tom.

Welchen Verlust Bophana durch die Roten Khmer erlitten hatte, wurde ihr 2004 schmerzlich bewusst. „Ich bin damals zum ersten Mal in meine Heimat zurückgekehrt. „Aber es gab niemanden mehr, der im Flughafen auf mich wartete. Niemand. Ich wurde nicht mehr gebraucht“, sagt sie. Selbst die Sonnenbrille kann ihre Gefühle nicht verbergen.

nicht eingeloggtBenutzer-Login
  Benutzer:
  
  Passwort:
    
  
 » Neu anmelden
 » Passwort vergessen?
 » Infos zur Registrierung

Zoom.In TV
Videonachrichten

Automobiles
kfz-welt.de

Sport
Button für Formel 1

Wirtschaft
Button für Wirtschaft

Wissenschaft
Button für Wissenschaft

Medien
Button für Medien
Aktuelles aus den Rubriken
Osnabrücker Land
15.03.2010
Einbruch-Serie in Firmengebäude
15.03.2010
15-Jähriger durch Messerstiche schwer verletzt
15.03.2010
Ohne Führerschein auf großer Fahrt
15.03.2010
Ungebremst auf Lkw aufgefahren
15.03.2010
Nur Engel dürfen dick sein
15.03.2010
In einer halben Minute Kunden überzeugen
15.03.2010
Melles Duftmarken in der Bundeshauptstadt
15.03.2010
Blütenbert erobert Berliner Herzen
15.03.2010
Berufsinfo Polizei und Bundeswehr
13.03.2010
Wilde Flucht vor Alkoholkontrolle
13.03.2010
„Wir sind Pferderegion“
13.03.2010
Managerinnen laden ein zum Netzwerkabend
13.03.2010
IHK: Besser vor Fälschungen schützen
13.03.2010
Kleiner Weltjugendtag
Stadt Osnabrück
15.03.2010
Keine Bombe: Osnabrücker können in ihren Wohnungen bleiben
15.03.2010
Erste Hebammen mit Bachelor
15.03.2010
Kommentar: Blamage
15.03.2010
Nokia-Verbot gilt nicht mehr
15.03.2010
Radeln wie auf einer Harley
15.03.2010
Es passiert was mit Oma Ottis Frisur
Sport regional
15.03.2010
Bissendorf musste wachgerüttelt werden
15.03.2010
SV Bad Laer feiert den Titel
15.03.2010
VfL – Wuppertal 1:1 (1:1)
15.03.2010
Skyliners Frankfurt - Artland Dragons 77:65 20:19 - 23:17 - 15:9 - 19:20
15.03.2010
„Wir wollten doch nur Angst verbreiten“
15.03.2010
Spiel des Tages: Bezirksliga Riester Winterschlaf
Kultur
15.03.2010
Ein anderes Netzwerk
15.03.2010
Cowboy-Hut und Abendrobe
13.03.2010
Beste Chöre Europas treffen sich
13.03.2010
Hochvirtuose Flirts eines Quartetts
13.03.2010
Neuer Impuls für die Musikszene
13.03.2010
Die ganze Kunst – einmal neu vermessen
Kreis Emsland
15.03.2010
Lingen: Niederländerin erlag ihren schweren Verletzungen
15.03.2010
Polizei warnt vor Falschgeld
15.03.2010
15-Jähriger durch Messerstiche schwer verletzt
15.03.2010
Hans Klein Gebbink löst Josef Scherp ab
15.03.2010
„Campus für Lingen eine Riesenchance“
15.03.2010
Patent zum optimalen Lüften
Rund um Osnabrück
15.03.2010
Stiftung ist Träger für ein stabiles Haus
15.03.2010
Gemeinde spart durch Engagement der Feuerwehr
13.03.2010
Neubesetzung an Hagener SPD-Spitze: Meldau macht’s
13.03.2010
Frische Kohle vom Stahlwerk
13.03.2010
Die gemeinste Mutter von Wallenhorst
13.03.2010
Erster Auftritt in der neuen Heimat
Südkreis
15.03.2010
Minutenlanger Beifall für den scheidenden Vorsitzenden
15.03.2010
Bücherratten bevölkern das Pfarrheim
15.03.2010
Laufen für den Bau von Lehmöfen
15.03.2010
Fangzaun sichert den Krötenweg
13.03.2010
Ist denn schon Weihnachten?
13.03.2010
Gemeinde lüftet das Geheimnis
Tecklenburger Land
15.03.2010
Riesenbeck und Halen stellen Stars des 35. Herrenabends
15.03.2010
Für den Klimaschutz
13.03.2010
Nach den Blues Brothers rockt Krautkönig Karl-Josef Laumann die Ratsstuben
13.03.2010
Versenkt
13.03.2010
Spitze nicht aus dem Blick verlieren
13.03.2010
„Wir müssen weiter gestalten“
Emslandsport
15.03.2010
Fehlstart abgewendet
15.03.2010
Arbeitssieg für Union – Huser köpft das 1:0
15.03.2010
HSG begleicht Rechnung
15.03.2010
Spelle übermotiviert
15.03.2010
Ein Happy End und ein Hoffnungsfunke
15.03.2010
Schwere Zeiten brechen an

© 2010