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Kultur 15.03.2010
-
 
Ein anderes Netzwerk
Von Stefan Lüddemann
 
Hauptsache gut vernetzt: Was in Leben und Beruf zählt, erweist sich auch in der Kulturszene immer häufiger als Erfolgsrezept – und als zentrales Argument im Kampf ums liebe Geld. Die Ruhr-Museen folgen diesem Modell und werden sich dennoch nicht als wirkliches Metropolen-Format darstellen können. Dafür sind Größe und Qualität der Bestände wie der Wechselausstellungen einfach zu unterschiedlich. »
 
Kultur 15.03.2010
-
 
Cowboy-Hut und Abendrobe
Osnabrück.
Von Uta Biestmann-Kotte
 
Die Band The Boss Hoss trifft Klassik – kann das gut gehen? Zur Präsentation des im April erscheinenden 5. Albums „Low Voltage“ spielten die Berliner Cowboys mit dem Babelsberger Filmorchester in der Osnabrückhalle. »
 

Kultur 13.03.2010
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Beste Chöre Europas treffen sich
fr Melle.
 
Das 1. Europäische Kinder- und Jugendchortreffen findet unter dem Madrigalnamen „Sing we and chant it“ vom 7. bis 10. Oktober in Melle statt. Eingeladen werden sechs preisgekrönte Chöre, darunter der Knabenchor der Kathedrale von Leeds. Neben Proben und Aufführungen und gemeinsamem Abschlusskonzert der rund 200 Mitwirkenden finden Workshops und Proben mit Gastdirigenten, zum Beispiel mit Thomaskantor Georg Christoph Biller, statt. Initiator und musikalischer Leiter des Chortreffens ist Stephan Lutermann, Kirchenmusiker an St. Matthäus in Melle und Dozent an der Fachhochschule Osnabrück. Eine Kooperation mit dem Institut für Musik der Hochschule soll das Chortreffen theoretisch mit Vorträgen und Symposien abrunden. Experten auf dem Gebiet „Singen mit Kindern“ werden dazu Vorträge halten. „Die FH Osnabrück hat übrigens die einzige Professur in Deutschland zu „Singen mit Kindern“, betonte Lutermann. Alle Konzerte, Workshops, Proben und Seminare sind für Interessierte geöffnet. Veranstalter ist der „Förderverein Kirchenmusik“ der Gemeinde St. Matthäus. Die Veranstaltung wird maßgeblich von der Werner-Egerland-Stiftung und der Niedersächsischen Sparkassenstiftung unterstützt. Lutermann sagte, dass die Veranstaltung europaweit an Musikhochschulen beworben wird. »
 
Kultur 13.03.2010
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Hochvirtuose Flirts eines Quartetts
Osnabrück.
Von Martina Binnig
 
Hotel Bossa Nova nennt sich das vor fünf Jahren gegründete Quartett um Sängerin Liza da Costa lapidar. Doch die Bossa-Nova-Formation aus Wiesbaden ist stark im Kommen. Warum das so ist, demonstriert sie bei ihrem Auftritt im Blue Note, wo sie während einer Deutschland-Tournee Station gemacht hat. »
 
Kultur 13.03.2010
-
 
Neuer Impuls für die Musikszene
thbOsnabrück.
 
Ist das Osnabrücker Publikum offen für neue Bands, neue Impulse? Wir leben in Zeiten, in denen trotz Wirtschaftskrise der Konzertsektor boomt, weil die Menschen ihr Geld nicht mehr für CDs ausgeben, sondern vom Computer in die Clubs und Konzerthallen flüchten, um echte Menschen zu treffen und live generierte Musik zu erleben. »
 
Kultur 13.03.2010
-
 
Die ganze Kunst – einmal neu vermessen
Düsseldorf.
Von Stefan Lüddemann
 
Eine komplette Neuvermessung der künstlerischen Moderne? Dafür braucht ein Museum viel Platz und eine herausragende Sammlung. Die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen hat beides. Auf vier Etagen bringt sie klassische Moderne und zeitgenössische Kunst in ein zumeist spannendes Gespräch. »
 
Kultur 13.03.2010
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Die Hollywood Hills schwanken!
Von Daniel Benedict
 
Babelsberg bebt, die Hollywood Hills schwanken: Mülheim an der Ruhr ist Filmstadt! Düren folgt! Zwei neue, mächtige Player im Kampf um die Blockbuster-Budgets. Amerika dreht ja immer öfter in Deutschland. Was haben die Orte zu bieten? In Mülheim gibt es Helge Schneider und eine prima JVA für Knastfilme, in Düren eine Autobahn. Wie in den anderen 33 NRW-Filmstädten – darunter so glamouröse Orte wie Fröndenberg und Kreis Mettmann – hofft auch hier die aufgeregte Verwaltung, dass Tarantino anruft. Filme bringen Geld in Kommunen und machen dem bedrückten Stadtmarketing Mut. »
 
Kultur 13.03.2010
-
 
Teamgeist triumphiert
Osnabrück.
Von Reinhard Westendorf
 
„Vorbei ist erst, wenn der Schiri abpfeift“, lautet die schlichte Devise, die Nationalspieler Lukas Podolski dem zwölfjährigen Moritz (Henry Horn) in seinen Träumen predigt. Dass Fußball-Weisheiten als Lebenshilfe funktionieren, bewies im Erwachsenen-Kino unlängst noch „Looking for Eric“. Jetzt bietet die an die gleichnamige Buch- und Hörspielreihe von Frauke Nahrgang angelehnte deutsche Filmproduktion „Teufelskicker“ den jüngeren Kinogängern unterhaltsame Unterstützung bei der Lebensbewältigung an. »
 
Kultur 13.03.2010
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Wie eine klassische Tragödie
Osnabrück.
Von Frank Jürgens
 
Am 7. Februar 2005 wurde Hatun Sürücü von ihrem jüngeren Bruder auf offener Straße mitten in Berlin erschossen. Ein sogenannter „Ehrenmord“, der für Horror-Schlagzeilen sorgte. Feo Aladag erforscht in ihrer dramaturgisch gelungenen Sozial studie „Die Fremde“ nun im Kino, was zu so einer unglaublichen Tat führen kann. Und umschifft dabei gekonnt alle Klischees. »
 
Kultur 13.03.2010
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Mel Gibson im Herzen der Finsternis
vege Osnabrück.
 
Detektiv Thomas Craven (Mel Gibson) glaubt das Ziel eines tödlichen Anschlags gewesen zu sein, dem nur zufällig seine Tochter zum Opfer fiel. Von Trauer gezeichnet, macht er sich an die Aufklärung des Mordes. Dabei stellt er fest, dass die 24-Jährige in ein tödliches Spiel involviert war, das in eine Welt politischer Ränke führte. Das im Original nach einem Iron-Maiden-Song „Edge of Darkness“ betitelte Trauer-Spiel überzeugt durch seine verhaltene Darstellung. Getreu der Devise „Kopf statt Muskeln“ schaut Gibson tief ins Herz der Finsternis. Dabei legt er den Finger in die Wunde der unkontrollierten US-Waffen-Produktion. Zudem geißelt er lavierende Politiker, denen das Wohl ihrer Wähler egal ist. So wird er sich wohl wieder wenig Freunde machen. »
 
Kultur 13.03.2010
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Erst emanzipiert und dann gelyncht
Osnabrück.
Von Vera Geisler
 
Kurz nach dem Internationalen Frauentag kommt mit „Agora – Säulen des Himmels“ ein besonderes Emanzipationsdrama in die deutschen Kinos. Die reale Heldin des His to rien- Epos ist Hypatia – hier gespielt von Rachel Weisz –, die Mathematikerin, Astronomin, Mechanikerin und Philosophin war und am „Museion“ von Alexandria unterrichtete. Die Tochter des berühmten Mathematikers Theon war Ende des 4. Jahrhunderts n. Chr. eine überaus schillernde Person in der zum römischen Reich gehörenden Stadt. »
 
Kultur 13.03.2010
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Happy End im Zuckerrausch
Osnabrück.
Von Tobias Sunderdiek
 
Würden Sie nicht auch alles tun, um Ihren todkranken Kindern zu helfen? Den Job schmeißen, die private Krankenversicherung aufgeben und mit einem kauzigen Wissenschaftler zusammenarbeiten, der ein Mittel findet, damit die Genkrankheit „Morbus Pompe“ behandelbar ist? »
 
Kultur 12.03.2010
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„Ein erhebendes Gefühl“
Osnabrück.
Von Tom Bullmann
 
Morgen tritt Boss Hoss in ganz spezieller Formation auf: mit Orchester. Zur Präsentation des demnächst erscheinenden Akustik-Albums „Low Vol tage“ bitten die Sänger Boss und Hoss mit ihren Kollegen das Babelsberger Filmorchester auf die Bühne. Wie es sich anfühlt, mit einem ausgewachsenen Orchester im Rücken aufzutreten, erzählt Bassist und Gründungsmitglied André „Guss Brooks“ Neumann. »
 
Kultur 12.03.2010
-
 
Guinness-Seligkeit und 600 Nägel
thb Osnabrück.
 
Tanzmusik? Das, was der irischen Musik wie kaum einer anderen Art der Folklore eigen ist, nämlich dass sie mit ihren behänden Rhythmen augenblicklich zum Tanzen animiert, konnte man auch im Lutherhaus spüren. Doch abseits von Guinness-seliger Pub atmosphäre präsentierte das Irish-Spring-Festival 2010 einmal mehr die Sorte Folk, die das Wesen der keltischen Musik ergründet und Verknüpfungen mit anderen Genres sucht. »
 
Kultur 12.03.2010
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Unter blankem Beton
Osnabrück.
Von Tobias Sunderdiek
 
Architektur einmal ganz anders erleben? Brachliegende Geschäfte und ehemalige Bars mit Leben füllen? Ein mobiles Kino über Immobilien? Diese clevere Idee ist Be standteil eines außergewöhnlichen und spannenden Kulturprojekts. Wobei es bei der ersten Veranstaltung vom winterlichen Osnabrück ins tropische Brasilien ging. »
 
Kultur 12.03.2010
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Hochkarätiger Jazz zum Wohlfühlen
Osnabrück.
Von Martina Binnig
 
Bandleader Dan Barrett hat mit Benny Goodman gespielt, Schlagzeuger Butch Miles saß in der Big Band von Count Basie. Und auch die anderen Musiker auf der Bühne des Blue Note können sich hören lassen: etwa Ausnahme-Kontrabassistin Nicki Parrott oder Engelbert Wrobel an Klarinette und Saxofon. »
 
Kultur 12.03.2010
-
 
Anti-Scarface
Osnabrück.
Von Daniel Benedict
 
Als Malik mit 19 ins Gefängnis kommt, ist er ein sprichwörtliches Nichts. Herkunftslos und ohne Eltern. Er weiß nicht mal, was seine Muttersprache ist. Sprechen kann er Arabisch und Französisch, lesen nicht. Im Knast fängt er bei null an, und so wird Jacques Au diards Mafiafilm zur Bildungsgeschichte. »
 
Kultur 11.03.2010
-
 
Zwischen Ironie und Coolness
München.
Von Marcus Tackenberg
 
Jerry Cotton kehrt nach mehr als 30 Jahren in die Kinos zurück. Doch anders als bei den hölzernen Verfilmungen mit George Nader (1965–1969) will der aktuelle Streifen über den drahtigen FBI-Agenten kein reiner Thriller sein. Parodie und Hommage auch nicht. Die unorthodoxe Gratwanderung zwischen den Genres ist erfrischend mutig, wenn auch gewöhnungsbedürftig. »
 
Kultur 11.03.2010
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Auf dem 17. Album das Abc gelernt
 
Die Band Chumbawamba hatte immer eine Vision: Ihre Musik sollte nicht nur Vehikel für politische Ansichten sein, sondern sinnlich erlebbar. So entstanden kritische Songs wie „Timebomb“ oder „Tubthumpuing“, das 1997 die Charts stürmte. „ABCDEFG“ heißt jetzt das 17. Album, das zum Folk tendiert, aber nicht mit herrlichen Chumbawamba-Melodien geizt. Begleitet von akustischen Gitarren, Streichern, Bläsern und Perkussion, rücken die Stimmen in den Vordergrund – solo, im betörenden weiblichen Duett, im gemischten Vierer, bisweilen a cappella. Da wird gleich Brecht zitiert: „Werden wir in dunklen Zeiten noch singen?“, fragt er. „Natürlich“, ist die Antwort, „wir werden über die dunklen Zeiten singen.“ Dazu gehört das Störmanöver eines KZ-Überlebenden anlässlich einer Wagner-Aufführung in Israel genauso wie die im flockigen Swing vorgetragene Anklage gegen Metallica-Frontmann James Hetfield, der sich positiv darüber äußerte, dass mit seiner Musik in Guantánamo gefoltert wurde. Es geht um die Macht und Kraft der Musik; daher sind die typischen Kontraste zwischen locker und ernst bis schwarzhumorig wieder besonders reizvoll. thb »
 
Kultur 11.03.2010
-
 
2400 Jahre alt – und noch aktuell
Osnabrück.
Von Jan Kampmeier
 
Zwei großen Leidenschaften geben sich Männer gerne hin: den Frauen und dem Krieg. Das war vor etwa 2400 Jahren so, als der griechische Dichter Aristophanes seine Komödie „Lysistrata“ schrieb. Darin verweigern sich die Frauen ihren Männern so lange, wie die den Krieg nicht beenden. Die Männer können sich also nur noch mit ihren Frauen oder auf dem Schlachtfeld austoben, beides jedoch geht nicht mehr. »
 
Kultur 11.03.2010
-
 
Viel kultivierter Geist in der fast leeren Flasche
Osnabrück.
Von Christine Adam
 
Man merkt sie ihm an, seine Faszination für die Welten Thomas Manns zwischen weltmännischer Eleganz und Morbidität. „Der Zauberberg“ des Literaturnobelpreisträgers hätte für John von Düffels neues Buch „Hotel Angst“ Pate stehen können. Doch für einen Roman war sein Stoff wohl zu schmal und der Anlass zu persönlich: Denn die kurze Erzählung leistet auch ein Stück Trauerarbeit um den gestorbenen Vater. »
 
Kultur 11.03.2010
-
 
Persien und die Emanzipation
Osnabrück.
Von Ralf Döring
 
Noch ist das Premierenfieber niedrig. Aber es sind ja noch ein paar Tage, bis die Oper „Neda – Der Ruf“ im Theater am Domhof uraufgeführt wird. »
 
Kultur 11.03.2010
-
 
„In der Türkei bin ich eher ein Exot“
Essen.
Von Ralf Döring
 
Fazil Say wandelt als Pianist zwischen Klassik und Jazz. Als Komponist verbindet er türkische und westliche Musik. Das Konzerthaus Dortmund hat ihm in einer „Zeitinsel“ vier Abende gewidmet. Höhepunkt ist am Samstag die Uraufführung der „Istanbul Sinfonie“. »
 
Kultur 10.03.2010
-
 
Nicht noch ein Label!
Von Stefan Lüddemann
 
Kleben wir jetzt einfach noch eine Plakette an die Akropolis? Das eigene Label, mit dem nun auch noch ein Europäisches Kulturerbe gekennzeichnet werden soll, ist schlicht überflüssig. Und das nicht nur, weil die Liste des von der UNESCO ausgewiesenen Welterbes inzwischen auf unüberschaubare Länge angewachsen ist. »
 
Kultur 10.03.2010
-
 
Rebellion im Klassenzimmer
Osnabrück.
Von Anne Reinert
 
Heinrich von Kleist teilt seinen Lesern nicht mit, wie sein „Michael Kohlhaas“ in der gleichnamigen Erzählung aussieht. Der Kohlhaas 2010 dagegen lässt sich genau beschreiben: Er trägt einen Cowboyhut und einen Anzug mit geripptem T-Shirt darunter. Das Revoluzzertum ist diesem Michael Kohlhaas schon rein äußerlich anzusehen. »
 
Kultur 10.03.2010
-
 
Drei Schlitzohren mit Bombentalent
Bad Iburg.
Von Thomas Hitzemann
 
Geklatscht wurde bei den Kammerkonzerten im Iburger Schloss schon immer. Aber so viel gelacht wie bei dem 308. »
 
Kultur 10.03.2010
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Die Sehnsucht alter Männer
Osnabrück.
Von Oliver Schmidt
 
Philip Roth hat einen neuen Roman geschrieben. Einmal mehr erzählt der 76-Jährige von einem alten Mann, den das Schwinden seiner Kräfte in obsessive Liebe zu einer jüngeren Frau treibt. »
 
Kultur 10.03.2010
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Willkommen im Massengrab
Osnabrück.
Von Uta Biestmann-Kotte
 
Eine Brücke von Ödön von Horváth zur Jetztzeit schlug Regisseur Reinhard Duhme mit seiner Inszenierung von „Glaube Liebe Hoffnung“ in der Probebühne. »
 
Kultur 09.03.2010
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Posers brasilianische Lässigkeit
Osnabrück.
Von Martina Binnig
 
Florian Posers musikalische Heimat ist Brasilien. Mit seinem Quintett „Brazilien Experience“ war der Jazz-Vibrafonist vor zwei Jahren zu Gast im Lutherhaus. Jetzt trat er dort wieder auf – diesmal jedoch mit seinem Florian Poser Vibes Trio und Cezary Paciorek am Akkordeon. Akkordeon? Wer dabei an Seemannslieder denkt, ist reichlich falsch gewickelt. Und auch mit Zigeunerjazz oder argentinischem Tango hat das Akkordeonspiel Pacioreks nicht viel zu tun. Der polnische Ausnahmemusiker behandelt sein Instrument virtuos wie ein Saxofon und testet in waghalsigen Improvisationen tonale Grenzen aus. Manchmal weht ein bisschen französische Musette-Melancholie hinein, doch in erster Linie spielt das Quartett Mainstream-Jazz auf allerhöchstem Niveau: Standards etwa aus dem Great American Songbook, Latin- Nummern und Eigenkompositionen wechseln sich effektvoll ab. »
 
Kultur 09.03.2010
-
 
Wo die zerstörten Menschen wohnen
Berlin.
Von Stefan Lüddemann
 
Der Mikrokosmos ist winzig, aber deshalb noch lange kein Idyll. In jeder Falte seiner gewundenen Binnenstruktur nistet eine neue Furchtbarkeit. Das Kriegsressentiment der Großväter, Männer, die ihre Frauen quälen, verstummte Kinder, eine Atmosphäre der Langeweile, die sich regelmäßig in Brutalitäten entlädt: In Herta Müllers „Niederungen“ ist das Dorf so übersichtlich und zugleich entrückt wie auf einem Bild Marc Chagalls. Wo Chagall mit pastelliger Poesie Heimat beschwört, entdeckt Müller hingegen nur den unentrinnbaren Horror. »
 
Kultur 09.03.2010
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Party mit wütenden Küchenschaben
Osnabrück.
Von Marcus Tackenberg
 
Die Osnabrücker könnten stolz darauf sein, dass Tito & Tarantula ausgerechnet die Hasestadt als zweite Heimat bezeichnen und liebend gern hier auftreten. Die Sympathie scheint jedoch am Freitagabend – gemessen an der Zuschauermenge – nicht auf Gegenseitigkeit zu beruhen: Im Rosenhof ist jedenfalls noch Platz. Schade, denn die Gekommenen erleben und feiern einmal mehr ein magisches, cooles Konzert der durch den Splattermovie „From Dusk Till Dawn“ weltbekannten Kultband. »
 
Kultur 09.03.2010
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Von Elefanten und Wölfen
Osnabrück.
Von Jan Kampmeier
 
Der Elefant Babar ist noch klein, da wird seine Mutter erschossen. Babar geht in die Stadt und zieht zu einer alten Dame, die ihm einen Anzug und ein Auto kauft und mit ihm Gymnastik macht. Später erscheinen zwei Freunde Babars mit ihrer Mutter und holen ihn zurück in den Dschungel. Dort wird Babar neuer König und heiratet seine Freundin Celeste. »
 
Kultur 09.03.2010
-
 
Jetzt erst recht: „Das weiße Band“
 
Dank Goldener Palme, Europäischen Filmpreises und Golden Globe ist das DVD-Cover zum „Weißen Band“ mit Preissignets schon ziemlich vollgedruckt. Trotzdem hätte man Michael Hanekes Film auch den Oscar gewünscht . Schließlich sorgt gerade der Academy Award nicht nur für Ruhm, sondern auch für Publikum. Hanekes Film sind so viele Zuschauer wie nur möglich zu wünschen , weil er nicht nur gut, sondern auch wichtig ist. Besser als jedes Geschichtsbuch schildert er das gewaltschwangere Klima vor dem Ersten Weltkrieg. Haneke erzählt von rätselhaften Gewalttaten in einem norddeutschen Dorf und knüpft dabei ein Gewebe fürchterlicher Gegensätze. Soziales Miteinander bedeutet hier Abhängigkeit und Aggression, Fürsorge ist gleichbedeutend mit Strafe und Unterwerfung; und im titelgebenden Band wird Moral zur Stigmatisierung. Die Spannungen des Stoffs prägen auch die Erzählung: Haneke trifft Aussagen, indem er Fragen aufreißt. Seine Provinzstudie entwickelt das Ganze aus dem Detail, ein Weltbild aus dem Mikrokosmos. Und als „deutsche Kindergeschichte“ – so der Untertitel – beschreibt der Film Herr schaft am Beispiel der Ohnmächtigen. Über Warner Home Video wird „Das weiße Band“ jetzt als lohnende Doppel-DVD vertrieben; das Bonusmaterial bietet mit drei Dokumentationen zu Dreharbeiten, Regisseur, und dem Festivalerfolg in Cannes viel Hintergrund. Neben der DVD ist auch ein Filmbuch erschienen, in dem das Skript um Fotos und Zeichnungen von Haneke ergänzt wird. dab »
 
Kultur 09.03.2010
-
 
Hässliches Gezerre
Von Stefan Lüddemann
 
Nirgends sieht die Welt des Bauhauses so optimistisch und aufgeräumt aus wie auf den Bildern Oskar Schlemmers. Und nirgends sonst bietet die Situation eines Künstlernachlasses ein hässlicheres und chaotischeres Bild als eben bei diesem Mann. Dass die Versteigerung eines schlichten Holzhauses zur Groteske verrutscht, hat symptomatischen Charakter: Der Fall verweist auf das hässliche Gezerre, in das sich Nachkommen und ein Anwalt unrettbar verstrickt haben. »
 
Kultur 09.03.2010
-
 
Grüße aus Südafrika
Osnabrück.
Von Elke Schröder
 
Der eine ist Rugby-Fan und Mozart-Liebhaber, der andere Schach-Freund und Jazz-Hörer: Gemeinsam sind der südafrikanische Bestsellerautor Deon Meyer und der deutsche Schauspieler Dietmar Mues derzeit auf Lesereise durch Deutschland – dabei müssen sie auch Fragen zur Fußball-WM in Südafrika beantworten. So bei ihrer zweiten Station am Wochenende in Osnabrück. »
 
Kultur 09.03.2010
-
 
Sprechen Sie Deutsch?
Los Angeles.
Von Daniel Benedict
 
Christoph Waltz ist ein Superstar, Michael Haneke geht lächelnd leer aus. Das ist die Oscar- Bilanz aus deutscher Sicht. Die internationale Lesart: Kathryn Bigelow trium phiert über „Avatar“ und das Fachurteil über den Kommerz. »
 
Kultur 08.03.2010
-
 
Wegwerf-Kinder aus dem Müllberg
Osnabrück.
Von Uta Biestmann-Kotte
 
Aus einem Berg abgelegter Kleider und Plastiktüten gräbt sich ein Junge ans Tageslicht. „Weiße Enten! Vögel! Licht!“ Wie Ronja Räubertochter muss Litchi schreien, wenn das Leben etwas freundlicher aussieht. Oder er schnüffelt Klebstoff und tanzt zur „Captain Future“-Musik aus dem Megafon. Kiwi ist da anders. Sie hat eine „blaue Zunge“, mit der sich Gefühle gut verschlucken lassen. Wenn aber das erträumte Haus auf der Leinwand hinter ihr flimmert, ist das die Projektion eines gemeinsamen Wunsches vom warmen Zuhause. »
 
Kultur 08.03.2010
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Die Power kommt zum Schluss
Osnabrück.
Von Tom Bullmann
 
Tommy Schneller motiviert das Publikum: „So, nun gebt euch mal ein bisschen Mühe beim Spaßhaben“, sagt er mit seinem trockenen Humor. Dabei haben die Zuschauer durchaus Spaß, denn 5 Live, die Band, mit der Schneller im Haus der Jugend auftritt, hat den Powerblues. Mit massivem Hammond-Einsatz, quirligen Gitarrenläufen und satten Bläsern verziert das Quintett den Blues, der an dem Abend mal wieder aus verschiedenen Perspektiven durchleuchtet wird. »
 
Kultur 08.03.2010
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Tanz auf fremden Tischen
Osnabrück.
Von Anne Reinert
 
Ein Gast muss höflich sein. So ziehen sich die Besucher ihre Schuhe aus, bevor sie in das schmucke Einfamilienhaus in Pye eintreten. Im Haus werden sie dafür von freundlichen Gastgebern und wohliger Wärme empfangen. »
 
Kultur 08.03.2010
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Der sanfte Poet und sein Zaubergarten
Münster.
Von Stefan Lüddemann
 
Zehn Jahre „Graphikmuseum Pablo Picasso“: Das Münsteraner Haus zündet im Jubiläumsjahr mit drei höchstkarätigen Ausstellungen seine funkelnde Festbeleuchtung. Erstes Glanzlicht: Miró! »
 
Kultur 08.03.2010
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Heiteres Melodienraten
Osnabrück.
Von Ralf Döring
 
Früher war alles besser, auch die Zukunft des Jazz. Während manch einer heute unkt, die Entwicklung sei an einem toten Punkt angelangt, mussten die Musiker des vergangenen Jahrhunderts ja nach dem Bebop nur den Cool erfinden, aus dem Hardbop den Freejazz entwickeln und mithilfe der Elektronik den Fusionjazz und so weiter. Heute hingegen wabert der Jazz schon rein begrifflich im Ungefähren: Was heißt schon Mo derne? Postmoderne gar? Nu Jazz? Und vor allem: Wie geht’s weiter? »
 
Kultur 08.03.2010
-
 
Vokale Sirenen und Gitarren
Osnabrück.
Von Jan Kampmeier
 
Die Wise Guys sind ein Erfolgsmodell: Vor ein paar Monaten gastierten sie zuletzt in dieser Stadt. Jetzt stellten sie ihr neues Album „Klassenfahrt“ vor – mal wieder vor vollem Haus. »
 


 

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15.03.2010
Arbeitssieg für Union – Huser köpft das 1:0
15.03.2010
HSG begleicht Rechnung
15.03.2010
Spelle übermotiviert
15.03.2010
Ein Happy End und ein Hoffnungsfunke
15.03.2010
Schwere Zeiten brechen an

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