
Vor dem Pokal das Topspiel auf der Schanz
bekr Ingolstadt.
Die Woche der Wahrheit für den VfL Osnabrück: Vor dem Pokalduell gegen Schalke 04 muss der VfL am Samstag um 14 Uhr zum absoluten Spitzenspiel in Liga drei beim FC Ingolstadt antreten. Dabei geht es um nicht weniger als den Platz an der Sonne.
„Die Jungs sind gut drauf und wollen sich die Tabellenführung zurückholen“, gibt Michael Wiesinger die Richtung vor. Der neue Trainer des FC Ingolstadt mit dem lieben Gesicht wirkt auf den ersten Blick eher wie ein braver Schwiegersohn. Gegenüber seinem Team pflegt er allerdings harte, klare Ansagen – und der Erfolg spricht für ihn.
Denn seit der 37 Jahre junge Trainer vier Spieltage vor der Winterpause den oft zaudernden, wankelmütigen Trainer-Oldie Horst Köppel abgelöst hat, eilt Ingolstadt von Erfolg zu Erfolg: Vier Siege in vier Spielen bei 16:6 Toren spülten das Team zur Winterpause auf Platz eins. Seither träumen sie wieder auf der Schanz, wie die bayerische Festungsstadt auch genannt wird: von der Rückkehr ihrer „Schanzer“ in die zweite Liga.
Der Verein existiert erst seit 2004 und ist ein Fusionsprodukt der Traditionsvereine MTV und ESV Ingolstadt. Der Club schaffte seither den Durchmarsch von der Bayernliga bis in die Zweite Bundesliga, aus der man im Sommer zusammen mit dem VfL abstieg. Vor den Toren der Stadt baut der FC derzeit ein modernes Stadion, das zur neuen Saison fertig werden soll. Der VfL muss deshalb noch im Ausweichquartier „Tuja-Stadion“, der ehemaligen ESV-Heimat, antreten.
Gegen Osnabrück müssen die Schanzer zwei namhafte Ausfälle beklagen: Kapitän und Regisseur Stefan Leitl ist gelbgesperrrt. Verteidiger Steven Ruprecht hat sich im Trainingslager im türkischen Belek den Mittelfuß gebrochen und fällt bis Saisonende aus. Die Lücken im Team werden wohl die Winter-Neuzugänge füllen: Der mit der Erfahrung von 77 Zweitligaspielen vom FC Augsburg verpflichtete Patrick Mölzl sowie Youngster Mathias Wittek von 1860 München II, der Trainer Wiesinger in der Vorbereitung überzeugt hat.
Ansonsten steht das Ingolstädter Gerüst um Torwart Michael Lutz, Abwehrchef David Pisot, Publikumsliebling Andreas Buchner im Mittelfeld – und natürlich der Paradeoffensive: Hier zieht der Ex-Leverkusener Andreas Neuendorf als hängende Spitze seine Kreise. Von ihm profitiert der gefährlichste Torjäger der Liga, Moritz Hartmann, der in 20 Spielen 16 Treffer erzielt hat.
Die Tatsache, dass der mit der Erfahrung von 82 Bundesligaspielen ausgestattete Ex-Mainzer Fabian Gerber im starken Mittelfeld der Ingolstädter derzeit keine Chance auf einen Stammplatz hat, verdeutlicht die Qualität des Kaders „der Schanzer“. Keine leichte Aufgabe für den VfL also, um die bisher dürftige Auswärtsbilanz von nur sechs Punkten auf fremden Plätzen aufzubessern.
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