
VfL-Chef Rasch: Ich will es nicht glauben
hp Osnabrück.
Seit 1997 ist Dirk Rasch Präsident des VfL Osnabrück – gestern musste der 56-Jährige an einem Tag mehr TV-Interviews geben als sonst in einem Jahr.
Herr Rasch, was wissen Sie über die Verstrickungen von Spielern aus der letztjährigen Mannschaft in Spielmanipulationen?
Das sind bislang für uns nur Mutmaßungen, die wir Ihrer Zeitung entnommen haben. Wir beteiligen uns nicht an Spekulationen, erst recht nicht, wenn Namen genannt werden. An Fakten wissen wir nur das, was bei der Pressekonferenz in Bochum verkündet worden ist.
Was war Ihre erste Reaktion, als Sie am Donnerstagabend von dem Verdacht erfuhren?
Ich war schockiert und hatte eine schlaflose Nacht; immer wieder habe ich die beiden genannten Spiele an meinem inneren Auge vorbeiziehen lassen. Ich will und kann einfach nicht glauben, dass das wahr ist.
Und wenn es sich doch als richtig herausstellt?
Wir, der VfL Osnabrück, der Verein, der für Fairplay, Bodenständigkeit und Familienfreundlichkeit steht, sind dann das Opfer! Wir sind schon jetzt die Leidtragenden, denn in allen Medien ist in Zusammenhang mit dem Wettskandal nur von Osnabrück die Rede. Ich betone: Wenn da etwas dran ist, dann bezieht sich das alles auf die letzte Saison und die Mannschaft der Vorsaison! Eins kann ich sagen: Wenn tatsächlich Spiele zu unseren Ungunsten manipuliert worden sind, werden wir mit allen rechtlichen Mitteln gegen die Verursacher vorgehen.
Sicher ist, dass der VfL in der letzten Saison einem Spieler geholfen hat, der Wettschulden hatte.
Das stimmt, und ich kann nicht erkennen, was daran falsch gewesen sein soll. Dieser Spieler stand unter enormen Druck und hat sich uns im März mit seiner Spielsucht geöffnet. Sein Signal war „Helft mir!“, und wir haben geholfen. Und zwar nicht nur mit einem Gehaltsvorschuss, sondern auch mit der Vermittlung eines Therapeuten, den er aufgesucht hat.
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