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Tourismusexperte:Walken ist althochdeutsch
balx BRAMSCHE.
Was für ein Wetter! Was für ein Weg! Oder eben auch Walk. Bei der Sternwanderung zur Eröffnung des DiVa-Walks herrsch te eitel Sonnenschein, Hunderte von Wanderfreunden genossen die Naturschönheiten entlang der Strecke zwischen Bark hausen und Kalkriese. Schließlich ist ja bekanntermaßen der Weg das Ziel. Oder doch der Walk?
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| Die Wegbereiter: Vertreter von Landkreis und Tourismusverband sowie der Gemeinden und Heimatvereine der Varusregion haben den DiVa-Walk konzipiert und waren am Wochenende bei der Sternwanderung zur Eröffnung dabei. Foto: Jörn Martens |
Hermann Gärthöffner kennt Berg und Tal, Wald und Flur. Der gebürtige Pfälzer hat in verschiedenen Regionen Deutschlands gelebt und noch mehr davon auf Schusters Rappen erkundet – die zahlreichen Wandernadeln am zünftigen Filzhut belegen es. „Ich wandere, ich walke nicht“, sagt der ehemalige Hauptwanderwart des Wiehengebirgsverbandes Weser-Ems. Zu der umstrittenen Namensgebung des neuen Wanderweges befragt, bleibt er ganz gelassen: „Ich störe mich nicht an dem Namen, er passt eben in die Zeit.“ Ebenso sehen es Ulrich Gövert, Präsident des Wiehengebirgsverbandes, und sein Vize, Heinrich Hempchen, die die wunderbaren Auenlandschaften entlang der Strecke loben: „Den Namen sollte man nicht hochspielen, entscheidend sind doch die Schönheit der Natur und die Begegnung – ob beim Wandern oder beim Walken.“ „Wer wandert, streitet nicht“, konstatierte auch Günter Droste, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Osnabrücker Land, der über den Begriff des Walkens erhellende und überraschende Erklärungen lieferte. Etymologisch gesehen, sei nämlich das Walken ein durch und durch deutsches Wort. Im Althochdeutschen habe es den Vorgang des Knetens beschrieben, sei dann als Bezeichnung für die Tuchherstellung mit den Füßen, wie sie England mit seiner weit entwickelten Textilfertigung verbreitet war, benutzt worden, und habe von dort aus schließlich die heutige Bedeutung im Sinne von Wandern erhalten. Begriffe unterliegen also offenbar dem Wandel – wie auch die Kultur des Wanderns. Wandern ist in, und so dürfte es nicht schwer sein, mit dem DiVa-Walk – und nicht allein mit dessen Bezeichnung – viele Gäste in die Region zu locken. So wie die „Limes-Cicerones“, die offiziellen Limes-Führer aus dem Rems-Murr-Kreis und dem Ostalbkreis, die auf ihrer Rückreise von Xanthen auf den Spuren der Römer in Kalkriese haltmachten und gleich mit einem Vorschlag aufwarteten: „Urzeit und Römer begegnen sich“, wäre doch eine gute Bezeichnung, so die einhellige Meinung der Besucher aus Schwaben, die mit so vielen Worten zumindest verbal die ihnen nachgesagte Sparsamkeit widerlegten. In unserem Leserforum zur Namensgebung des neuen Wanderweges waren die Kommentare zu „DiVaWalk“ übrigens auch am Wochenende fast ausnahmslos kritisch.
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