
Demonstration für Arbeitsplätze in Haren geplant
mf Haren.
Die Harener sollen am Sonntag, 6. September, gegen 11 Uhr auf dem Neuen Markt für den Bau eines Werkes für Windkraftanlagen im Industriegebiet Hüntel demonstrieren und damit gegen das Kohlekraftwerk Dörpen. Dies plant die am Montagabend gegründete Bürgerinitiative „1000 Arbeitsplätze für Haren“.
 |
| Gestartet ist die Bürgerinitiative für 1000 Arbeitsplätze in Haren. Foto: Manfred Fickers |
28 Bürger hatten sich eingefunden, um darüber zu diskutieren, wie die vom Unternehmen Enercon angekündigte Investition unterstützt werden kann. Denn Firmenchef Aloys Wobben hatte bei einer Diskussionsrunde in Sögel erklärt, ein Rotorenwerk für Windkraftanlagen in Haren mit bis zu 1000 Arbeitsplätzen nur unter der Bedingung zu bauen, dass kein Kohlekraftwerk in Dörpen errichtet wird.Die Sprecher der neuen BI Ilona Rolfes und Hans Cosse betonten in der Diskussion mehrfach, dass man parteipolitisch neutral sei. Sie riefen den Bürgermeister, die Ratsmitglieder, Kreistagsmitglieder, Landtags- und Bundestagsabgeordneten sowie die Kandidaten der Bundestagswahl zu einer klaren Stellungnahme für das geplante Werk auf. „Wir können und wollen nicht tatenlos zusehen, wie eine so wichtige, einmalige Chance für das gesamte Emsland und die Stadt Haren durch Nichtstun vertan wird“, sagte Rolfes. Sie forderte Landrat Hermann Bröring auf, die Öffentlichkeit über den Stand der Gespräche mit Wobben zu informieren. „Aussitzen geht nicht.“ Wenn ein Unternehmer Vorbedingungen für die Ansiedlung eines Betriebs stellt, sei dies normal und legitim. Deshalb müsse Bröring jetzt eine klare Antwort darauf geben. Der Vorsitzende der Bürgerinitiative Saubere Energie Dörpen, Jan Deters-Meissner, war, wie er sagte, „überrascht von der geringen Resonanz in Haren“ auf den Gründungsaufruf zur BI „1000 Arbeitsplätze“. Trotzdem zeigte er sich überzeugt, dass das Thema im Raum Meppen und Haren viele Menschen mobilisieren wird. Denn es gehe nicht nur um eine Unternehmensansiedlung in Haren und das Kraftwerk in Dörpen. Man könne durch die Stärkung des Bereichs erneuerbarer Energien, die ja überwiegend von kleinen Investoren und Genossenschaften vorangebracht wird, auch die Macht der großen Energiekonzerne beschränken. Deters-Meissner versprach, der Harener BI Starthilfe zu geben. In der Diskussion sprachen sich die Teilnehmer für mehr öffentlichen Druck auf die Kreistagsabgeordneten und den Landrat aus. Denn. wie es hieß: „Der Dörpener Rat entscheidet nichts, was ihm nicht vom Kreistag her eingeblasen wird.“ Gefordert wurde eine klare Ausrichtung der Harener BI gegen das Kraftwerk in Dörpen, denn die mögliche Umweltbelastung betreffe auch Haren. Zum Schluss zeigten sich Hans Cosse und Illona Rolfes zuversichtlich, dass es gelingt, die Harener zum Mitmachen zu bewegen. „Die Harener wollen den Politikern nicht das Handeln überlassen“, sagte Cosse. Rolfes erzählte, dass sich bereits nach dem Gründungsaufruf 40 Unterstützer bei ihr gemeldet haben.
|